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6_05/2002

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Es war so in Oberschlesien (G�rny �l�sk)

Godulla und der Anfang der oberschlesischen Industrie

Mitte des 19. Jahrhunderts erreichte der Aufbau der oberschlesischen Industrie die h�chste Bl�te. Gro�en Anteil daran hatten deutsche Industrielle wie: von Donnersmarck, von Pless, Baildon oder Winckler. Unter ihnen befand sich auch Karl Godulla, der es durch seine Arbeit, Wissensdurst und Tatendrang vom Forstburschen zum Industriellen gebracht hatte und damit ungeheuren Reichtum erwarb.
F�r den Bedarf der oberschlesischen Industrie waren viele Arbeitskr�fte n�tig. Aus Deutschland konnten sie nicht geholt werden, weil dort zur gleicher Zeit die Industrie sich auch entwickelte. Auf diese Weise blieb nur der Osten - und tats�chlich str�mten aus dem damaligen Polen, welches unter dem russischem Joch litt, viele Arbeiter nach Oberschlesien.

Aus meinem Buch „Oberschlesien - anders”:

„ Die Aufnahme in Ruda im Jahre 1831”

Recht fr�hzeitig brach der Winter im Jahre des Herrn 1831 �ber Oberschlesien hinein. Schon in den ersten Oktobertagen machte sich unangenehmer Forst bemerkbar, und gleich darauf fiel der erste Schnee. Bewohner dieses sp�rlich besiedelten Landes im Kreise Tarnowitz froren unheimlich, denn karg war die Erde und gering der Lohn, den die Grafen Donnersmarck auf Neudeck (Swierklaniec) und der Oberamtmann Karl Godulla, welcher seinen Sitz in Ruda O/S hatte, ihren Bauern und Arbeitern zahlten.

„Harte Arbeit - karger Lohn” waren die Grunds�tze jener beiden so gut wie einzigen Arbeitgeber in Oberschlesien der damaligen Zeit. Besonders Karl Godulla, welcher in seinem arbeitsreichen Leben jenen Grundsatz auf eigener Haut versp�rte. Er, der es von einem Nichts zum gro�en Reichtum brachte, hatte den Ruf eines Geizhalses und Menschenschinders. Unheimliche Ger�chte waren �ber diesen sonderbaren Menschen im Umlauf.

„Godulla habe mit dem Leibhaftigen einen Bund geschlossen„ fl�sterten die Alten und „der Teufel gehe bei ihm ein und aus” redete man in den Gaststuben. Wenn Godulla sich hier und da auf der Stra�e sehen lie�, bekreuzigten sich die Leute, als w�ren sie dem „ Gott-sei-bei-uns” begegnet.

Trotz des gro�en Reichtums, den Godulla besa�, bewohnte jener seltsame Heilige ein ganz einfaches, mit einem Strohdach gedecktes Bauernhaus in Ruda. Zu seinem einzigen Umgang z�hlte nur sein Kutscher und eine schon betagte K�chin, die f�r seinem Haushalt sorgte.

Noch in den sp�ten Nachstunden brannte im Hause Godullas ein Licht, ein Beweis daf�r, da� der Hausherr bei seiner Arbeit sa�. Es war eine einfache Wachskerze, f�r zwei Groschen beim Juden Posener gekauft. Karl Godulla war von seiner Arbeit f�rmlich besessen. Er z�hlte zu einem der reichsten Menschen Preu�ens und gleichzeitig zu einem der sonderbarsten. In seinen Bergwerken, H�tten und Feldern arbeiten in den drei�iger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts fast 8000 Menschen, f�r die damaligen Zeit eine ungeheure Zahl.

Godulla war sehr anspruchsvoll. Vor allen Dingen gegen sich selber und daher auch seinen Mitarbeitern und Untergebenen gegen�ber. Er verlangte von allen seinen Arbeitnehmern die gleichen Eigenschaften, die er selbst besa�. Also Arbeitsfreude, Sparsamkeit, Sauberkeit, Disziplin und freundliche Umgangsformen sowie Enthaltung von alkoholischen Getr�nken.

W�hrend eines Oktobertages das Jahres 1831 waren die Einwohner der Stadt Kattowitz Zeugen eines seltsamen Ereignisses. Eine gr��ere Anzahl preu�ischer berittener Gendarme bewachten einen gro�en Menschenhaufen auf dem Stadtring Menschen, die wie aus einer anderen Welt erschienen. In furchtbar zerlumpten Kleidern gab es viele Frauen und Kinder zu sehen.

Hunger, Entbehrung und Angst schaute aus ihren Augen. Hier und da h�rte man Kinder laut weinen. Doch die gr��te Aufmerksamkeit lenkten M�nner jeden Alters auf sich, die in alten, zerrissenen und heruntergekommenen Uniformen einen verzweifelten Eindruck machten. Krieger aus l�ngst vergangenen Zeiten. Mit Unsicherheit und Hoffnungslosigkeit blickten sie herum und pre�ten ihre Frauen und Kinder an sich.

Der Anblick jener Menschengruppe war so erbarmungsvoll, da� manche Einwohner der Stadt Kattowitz in lautes Weinen ausbrachen, denn aus jenem elendem Menschenhaufen ert�nte eine Sprache, die ihnen auch bekannt war.

Mit gro�er Besorgnis schauten die Polen auf kleine Gruppen von 5 bis 7 Menschen, denen man von weitem schon ansah, da� sie die Notabeln der Stadt darstellten, denn hier wurde auch �ber ihr Schicksal entschieden. In dieser Gruppe zeichnete sich insbesondere ein stattlicher H�ne von ungef�hr 30 Jahren aus, der hier das Wort zu f�hren schien. Das war Friedrich Grundmann, k�niglicher Inspekteur der Stadt Kattowitz in Industrieangelegenheiten und ein guter Vertrauter Franz Wincklers.

Nun mu� hier hervorgehoben werden, da� am 29. November 1830 in dem von aller Welt bezeichneten Kongre�polen, das unter russischer Oberherrschaft stand, ein Volks- und Milit�raufstand ausbrach, der gegen die russische Zarenherrschaft in Polen gerichtet war. Der Zar Nikolaus I., der gleichzeitig K�nig von Polen war, warf diesen Aufstand auf r�cksichtslose und blutige Weise nieder. Nach der Niederwerfung mu�te ein gro�er Teil der Polen, die unmittelbar an diesem Aufstand beteiligt waren, fluchtartig ihr Land verlassen, von Kosaken verfolgt. Auf ihrem Fluchtweg stand ihnen nur der Westen offen.

Die aus ungef�hr 400 Menschen bestehende Gruppe hatte in der vorhergehenden Nacht widerrechtlich die preu�ische Genze bei Myslowitz �berschritten und suchte bei den Preu�en Schutz vor russischer Willk�r und Rache.

Zwischen allen Menschen auf dem Kattowitz Ring machte sich schon eine kleine Unruhe bemerkbar. Die Stadtv�ter konnten noch zu keinem Einverst�ndnis gelangen, und schon wurde es dunkel.

Endlich hat Friedrich Grundmann ein altes Weinfa� bestiegen und wandte sich an die polnischen Ank�mmlingte.

Grundmann versprach ihnen ab sofort Hilfe, Unterkunft, Arbeit und Brot auf preu�ischer Erde im Namen des K�nigs von Preu�en, Friedrich Wilhelm III. Au�erdem hob er hervor, da� niemand der Fl�chtlinge in russische Hand ausgeliefert werde, was gro�e Freude und Erleichterung unter den Menschen ausl�ste.

Gleichzeitig wandte sich Grundmann an die Einwohner der Stadt mit der Bitte, jene Fl�chtlinge vorl�ufig bei sich aufzunehmen, bis die ganze Sache nach preu�ischem Recht und Wesen geregelt sei. Auf einen Wink Grundmanns trat die preu�ische Gendarmerie zur Seite, und im Nu vereinigten sich die Fl�chtlinge mit den Einwohnern der Stadt. Held des Tages war nat�rlich Friedrich Grundmann. Viele Frauen dr�ngten sich zu ihm hin, um vor Freude und Dankbarkeit seine Hand zu k�ssen, was der Amtmann nat�rlich verwehrte. Im Handumdrehen war der Ring menschenleer, und fr�hlich vereinte Menschen zogen nach allen Richtungen der Stadt.

Nach der Registrierung und �rztlicher Untersuchung sandte Grundmann eine Abteilung von ungef�hr 50 kr�ftigen Ank�mmlingen mit ihren Frauen und Kindern zur Arbeit in die nahe liegende K�nigsh�tte, die zur damaligen Zeit schon mit Volldampf arbeitete. Ein anderer Teil jener Patrioten wurde in die Laurah�tte geschickt, und einen anderen nahm der junge schottische Ingenieur John Baildon in seine H�tte, die noch im Aufbau war, auf. Alle erhielten auf der Stelle Wohnung eine gewisse Summe blanker Taler f�r die Einrichtung und weiterhin gut bezahlte Arbeit. Niemand von ihnen dachte an die elende Vergangenheit zur�ck. Aus denen, die noch keine Arbeitszuteilung hatten, bildete Grundmann noch zwei Gruppen.

Eine wurde zu Franz Winckler nach Mechtal im Beuthener Kreis geschickt, die andere zu Karl Godulla nach Ruda. An die Spitze einer jeden Abteilung stellte Grundmann einen Beamten der Bergbaubeh�rde in Tarnowitz, die mit einem Begleitschreiben ausger�stet in seinem Auftrag mit diesen beiden Arbeitgebern verhandeln sollten.

Franz Winckler in Mechtal nahm die Ank�mmlinge mit offenen Armen auf. Er brauchte Arbeitskr�fte f�r die eben in Gang gesetzte Elisabethgrube bei Bobrek und f�r den Bau einer neuen Kohlengrube in Mechtal. Gleichzeitig fing Winckler mit dem Bau einer Arbeitersiedlung, eines Krankenhauses und einer Volksschule in Kauf an. Noch am gleichen Tage erhielten alle Fl�chtlinge aus dem Osten warme Wohnungen und Arbeit, je seiner Kraft und Bildung angemessen.

Weniger Gl�ck hatte die zweite Gruppe, die nach Ruda versandt wurde. Schon in Kattowitz hatte man viel �ber die seltsamen Ger�chte gehort, die um die Person Godulla im Umlauf waren. Kein Wunder, da� alle mit Besorgnis ihrem Schicksal entgegensahen.

Vor dem verrufenen Bauernhaus in Ruda angekommen, erschien niemand, um sie zu begr��en und in Empfang zu nehmen. Vom Kutscher aber, der im nahen Bach seine Pferde tr�nkte, erhielten sie die Auskunft, da� Godulla zu Hause war. Jener Tarnowitzer Bergbaubeamte, der Godulla doch gut kannte, konnte sich auch nicht einer innerlichen Angst erwehren, als er �ber die Schwelle jener ”Teufelsh�tte” trat und Godulla, ohne ein Wort zu sagen, das Grundmannschreiben �berreichte, denn der Amtmann war kein Freund von Begr��ungsreden.

Ohne ein Wort zu verlieren, �berflog Godulla das Schreiben und knurrte den Beamten an: „Grundmann hat hier nichts zu sagen, doch seine Sch�tzlinge will ich mir mal ansehen”. Voll banger Erwartung standen die Angekommenen vor der H�tte und warteten der Dinge, die da kommen sollten. Endlich �ffnete sich die T�r, und es erschien ein hagerer Mann von ungef�hr 50 Jahren, ganz in Schwarz gekleidet. Sein linker Arm hing taub und leblos herab, das linke Bein war steif und schien wie gel�hmt. Er hatte einen hinkenden Gang und wurde deswegen „Stelzfu�„ genannt. Ein gro�er schwarzer Schlapphut verdeckte seine linke Gesichtsh�lfte �ber die eine breite, blutige Narbe lief. Nur sein rechts Auge funkelte unheimlich.

In seiner rechten Hand hielt Godulla einen derben Knotenstock, mit dem er sich recht oft, wie einst der Alte Fritz, sein Recht verschaffte. Mit pr�fendem Auge �berblickte Godulla den elenden Menschenhaufen, der vor Angst und Bange zitternd vor ihm stand und konnte sich eines Mitleids nicht erwehren. Unter seinem absto�enden �u�erlichen Wesen hatte Godulla doch ein gutes und mitleidiges Herz. Besonders die hilflosen Kinder hatten es ihm angetan, den f�r jedes hilflose Wesen hatte Godulla stets Hilfe bereit. Sein Kr�ckstock zeigte auf die M�nner in ihren zerlumpten Uniformen und fragte „Von wo kommen diese daher, das sind wohl �berreste aus dem Siebenj�hrigen Krieg”. „Nein, Herr Oberamtmann” antwortete der Beamte. „Es sind polnische K�mpfer f�r Recht und Freiheit gegen zaristische Willk�r und Despotismus, die gezwungen waren, ihr Land zu verlassen”.

„Was hei�t hier Recht und Freiheit?”, Godulla sprach mit kr�chzender Stimme.

„Recht und Freiheit sind nur leere Worte und jeder Mensch hat von den Begriffen eine andere Vorstellung”.

„Er scheint davon �berhaupt keine Ahnung zu haben.

Au�erdem bin ich gegen jeden Unruhestifter und Aufwiegler in einer schon aufgestellten Staatsordnung.”

Der so Angeredete wagte keine Antwort jenem Gewaltigen gegen�ber, denn Godulla war auch sein Arbeitgeber.

Nun wandte sich Godulla unmittelbar an die Wartenden: „Ihr seid alle bei mir aufgenommen, und ich werde in kurzer Zeit wissen, was f�r einen Wert ihr darstellt. Bei mir aber bestimme ich Recht und Freiheit. Wer nicht pariert, wird auf der Stelle hinausgeworfen. Hier wird jeder nur nach Arbeit und seinem Benehmen beurteilt. Wer t�chtig und arbeitssam ist, kann es bei mir zu etwas bringen und gesoffen wird bei mir auch nicht. Wer dem Alkohol ergeben ist, kann auf der Stelle verschwinden”.

Nach diesen Worten erteilte Godulla dem Bergbaubeamten weitere Anweisungen �ber das Schicksal seiner neuen Untertanen und verschwand wieder in seiner H�tte. Auf diese Weise fanden polnische Freiheitsk�mpfer des Novemberaufstandes von 1830 in Oberschlesien eine neue Heimat, die sie nicht mehr verlie�en.

Ihre Kinder und Kindeskinder „verschmolzen” im Laufe der Zeit mit der einheimischen Bev�lkerung und wurden treue Untertanen des Preu�enk�nigs. Sie trugen viel zum Aufbau der oberschlesischen Industrie bei, und ihre Nachkommen leben als „G�rno-�l�zaki” im oberschlesischen Industriegebiet bis auf den heutigen Tag.

Peter Karl Sczepanek

Peter Karl Sczepanek 
Holzweg 40, 40789 Monheim am Rhein

Monheim/Rh, den 15.4.2002

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Karol Godula i Joanna Gryzik na witra�u budynkudyrekcji G�rno�l�skiego Zwi�zku G�rniczo - Hutniczego w Gliwicach (nie istnieje)

Krystian Ga�uszka


 


Karl Godulla, ein schlesischer Industrieller, geboren im Jahre 1771 in Makoschau, lebte 77 Jahre. Er war ein Arbeitstitan. In jungen Jahren verstarben seine Eltern. Auf seinen Arbeitseifer und seine Bef�higungen ist der Graf Ballestrem aus Plawniowitz aufmerksam geworden. Ein echtes Beispiel f�r die Ausnutzung westlichen Know-hows und den Einsatz �stlicher Arbeitskraft. Dank der Opferbereitschaft und Klugheit konnte seine Adoptivtochter Joanna an der Seite ihres Mannes, dem Graf Hans Ulrich Schaffgotsch viel Gutes f�r das oberschlesische Volk leisten.

Auf den jungen Karl Godulla aus Makoschau bei Zabrze richtete der Graf Ballestrem sein Augenmerk. Er schenkt dem jungen Arbeiter die Zinkaschehalde. Godulla macht daraus ein gutes Gesch�ft. Er wird zum schlesischen Zinkk�nig. Er kaufte Schl�sser, D�rfer und baute Kohlengruben und H�tten (wie hier in Scharley). Godulla selbst lebte in einem mit Stroh bedeckten H�uschen. Seine adoptierte Tochter Joanna Gryszczyk erh�lt aus der Hand des Preu�en-K�nigs den Titel Gr�fin von Schomberg-Godulla. F�r das schlesische Volk l��t sie Kirchen, Schulen und Wohnh�user brauen. Karl Godulla, der „per aspera ad astra”, �ber Dornen zu Sternen gekommen ist.

Aus dem Album:  "Schlesische Reminiszenzen - Reminiscencje �l�skie"


Cha�upa Karola Goduli
 - wyburzona w latach 50-tych XX w

Krystian Ga�uszka


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