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10_12/2002

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Oberschlesien und Nordrhein-Westfalen

Besonders das Ruhrgebiet ist mit Oberschlesien vielf�ltig verbunden. Das gilt sowohl f�r die historischen Beziehungen zwischen den beiden Industrieregionen, die vor allem durch die Zuwanderung oberschlesischer Menschen ins Ruhrgebiet gekennzeichnet sind - Erwerbsmigranten seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, denen nach 1945 Fl�chtlinge und Vertriebene und sp�ter Aussiedler folgten - als auch f�r ihre j�ngere und j�ngste Entwicklung: Mit dem Ende der Montanindustrie haben beide Regionen vergleichbare Probleme der Umstrukturierung zu bew�ltigen.

Oberschlesien durchlebte im 20. Jahrhundert eine leidvolle Geschichte, als seine Zugeh�rigkeit zwischen Deutschen und Polen umstritten war. Jetzt geh�rt es als Folge des Zweiten Weltkrieges zu Polen Viele Oberschlesier flohen, wurden vertrieben oder sahen sich zur Aussiedlung veranlasst. Oft war dabei wiederum Nordrhein-Westfalen ihr Ziel, so dass viele Einwohner von Nordrhein-Westfalen oberschlesische Wurzeln haben.

Die heutige Wojewodschaft Schlesien (Wojewodschaft = polnische Verwaltungseinheit mit Selbstverwaltung) hat das oberschlesische Industriegebiet zum Kern, umfasst aber auch die im S�den angrenzenden Beskiden und reicht durch die Einbeziehung der Region um Tschenstochau �ber die seit Jahrhunderten stabile Nordostgrenze des historischen Oberschlesien hinaus.

Auf der Suche nach seiner Identit�t besinnt sich Oberschlesien auf seine Geschichte und Kultur - auch auf den deutschen Anteil, f�r den jetzt die deutsche Minderheit steht - und empfindet sich als eine Region, die von vielen Kulturen geformt wurde.

Angesichts der vielf�ltigen Verbindungen beider Regionen, dieser historischen und aktuellen Verflechtungen hat das Land Nordrhein-Westfalen 1964 eine Patenschaft f�r die Oberschlesier �bernommen. Am 1. September 2000 hat das Land mit der Wojewodschaft Schlesien eine „Gemeinsame Erkl�rung �ber die Zusammenarbeit und den Ausbau der freundschaftlichen Beziehungen“ unterzeichnet. Diese Erkl�rung bildet den Rahmen f�r die

Kulturtage der Wojewodschaft Schlesien (�l�sk)
in Nordrhein-Westfalen

im Herbst 2002 und im Fr�hjahr 2003.

Die Pr�sentation geht davon aus, dass Kultur unabdingbar ist, um einen Umbruch der Wirtschafts-struktur seelisch zu bew�ltigen. Das gilt besonders f�r Oberschlesien bei seiner schwierigen Suche nach regionaler Identit�t. Kultur hilft, das Selbstverst�ndnis einer Region zu entwickeln und zu festigen, ist Seismograph f�r Ver�nderungen und nicht zuletzt ein wichtiger Standortfaktor. Au�erdem spielt Kultur eine wichtige Rolle bei der Vertiefung des gegenseitigen Verst�ndnisses vor dem Hintergrund der europ�ischen Integration. Die Kulturtage der Wojewodschaft Schlesien in Nordrhein-Westfalen bieten die Gelegenheit des gegenseitigen Kennenlernens und des kulturellen Austauschs. Dieser hat seinen besonderen Reiz, denn im oberschlesischen Industriegebiet, das vorwiegend durch die Arbeit gepr�gt wurde, hat sich eine lebendige und vielf�ltige Kultur entwickelt - �hnlich wie im Ruhrgebiet.

Er�ffnungskonzert mit dem Nationalen Symphonieorchester des polnischen Rundfunks -

Mikolaj Henryk G�recki (der oberschlesische Komponist aus Rybnik), und Brahms.

In den Pop-Charts landete irrt�mlich die Trauermusik Henryk G�reckis 3. Symphonie vor zehn Jahren in Baden-Baden. Die f�r zeitgen�ssische Musik ungew�hnliche Popularit�t verdankte das Werk einer legend�r gewordenen CD mit der London Sinfonietta und der S�ngerin Dawn Upshaw. In dieser Ruhmesbesetzung erklang die „Symphonie der Klagelieder“ nun zwar nicht, doch in einer immerhin recht achtbaren Interpretation durch das Nationale Symphonieorchester des Polnischen Rundfunks aus Kattowitz. Diese Komposition von Gorecki brach in der 90er Jahren die Verkaufszahlen s�mtliche Rekorde. Dies war das Er�ffnungskonzert einer Musikreihe, die im Zeichen der Freundschaft zwischen dem Land NRW und der polnischen Wojewodschaft Schlesien steht.

Drei S�tze mit gebotenem Ernst

So gab es mit G�recki ein Exemplar polnischer Tonkunst, und mit der 1. Symphonie von Johannes Brahms erklang ein Beispiel f�r deutsche Musik. Die Sopranistin Zofia Kilanowicz entfaltete in der Klagelieder-Symphonie zwar nicht ganz den Sch�nklang der Upshaw, doch faszinierte ihre fundierte Einf�hlung in die Melancholie der Lamentationen. Zofia Kilanowicz deklamierte die traurige Texte mit der ausdruckvollen Stimme. Besonders ersch�tternd ist im zweiten Satz das Gebet einer jungen Polin, die ihre zeilen an die Wand im Keller des Gestapo-Hauptquartiers in Zakopane schrieb.

Das Orchester gab die drei S�tze mit dem gebotenen Ernst und introvertierter Emotionalit�t.

Die Brahms-Symphonie bildete herzu einen starken Kontrast: Bleiben bei G�recki alle drei S�tze dunkel verhangen, leuchtet hier nun oftmals Lebensbejahung auf. Gerade solchen Impetus stellte der Dirigent Gabriel Chmura deutlich heraus, �berfrachtete das Opus aber auch etwas mit Akzenten und dirigierte �ber das gr�blerische Moment des Werkes hinweg.

Dabei sind Herr Dr.Jan Olbrycht, Marschall der Wojewodschaft Schlesien und Frau Hannelore Kraft, Ministerin f�r Bundes- und Europaangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen gewesen.

„Sich von Angesicht zu Angesicht gegen�berstehen und tief in Augen schauen“, dieses Bild benutzte Jan Olbrycht zur Er�ffnung der „Schlesischen Kulturtage“.

Die schlesische Festlichkeit „Oberschlesien an Rhein und Ruhr“ dauerte eine Woche.

Konzerte in Tonhalle D�sseldorf, im Altenberger Dom bei Leverkusen, „Brecht-Abend“ im Schauspielhaus, Die Filme „Lilli Marleen“ mit Hanna Schygulla live (geb. in Kattowitz), und „Die Ehe der Maria Braun“. Dazwischen gab es zwei N�chte lang Jazz statt in der Jazz Schmiede, ein geistliches Konzert mit der prominenten S�ngerin Barbara Schlick und dem Chor Camerata Silesia aus Kattowitz in der Johanneskirche, ein Konzert mit dem Bekannten Pianisten Piotr Andrzejewski und dem Kammerorchester Aukso im Robert-Schumann-Saal, und in Ratingen - „Frank Prus Trio“ Europa-Meister des Akkordeons aus Rybnik-Jejkowice.

Die alle K�nstler vermittelte einen Eindruck von der kulturellen Vielfalt und Qualit�t im heutigen Oberschlesien, genannt einfach „Schlesien“. Viel gutes hat die „Ars Cameralis Silesiae Superioris - Instytucja Kultury G�rno�k�skiej“ aus Kattowitz getan.

Die Kulturtage setzen sich im Fr�hjahr des Jahres 2003

mit drei weiteren thematischen und �rtlichen Wochenbl�cken fort, einer Musikwoche im M�rz, die ihren geografischen Schwerpunkt in K�ln, Bonn und Aachen haben soll, einer Veranstaltungsreihe im Ruhrgebiet im April, die unter dem Motto „Stadt, Region, Strukturwandel“ stehen und sich diesem Thema auch in wissenschaftlichen Tagungen widmen wird sowie einer „Theater- und Literaturwoche“ im Mai, deren geografischer Schwerpunkt noch nicht festliegt. Zus�tzlich sind Workshops f�r Jugendliche in den Bereichen Musik, Theater, Tanz, Malerei, Fotografie und Film vorgesehen.

Beobachtete und gesammelte Peter Karl Sczepanek


Peter Karl Sczepanek 
Eisenst�dter Str. 6, 40789 Monheim am Rhein

Monheim/Rh, den 19.11.2002

Tel/Fax 02173-66742
sczepanek@gmx.de
www.Silesiana.gmxhome.de

w Rheinische Post:
www.rp-online.de
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